Artenvielfalt am Vogelstangsee – Das Große Zweiblatt
Man muss schon genau hinschauen, um sie im Gebüschrand im Naherholungsgebiet Vogelstangsee zu entdecken: Die Orchidee „Großes Zweiblatt – Neottia ovata“.
Namensgebend für diese einheimische Orchidee sind die zwei im unteren Bereich des Stängels gegenständigen Laubbätter. Ein lockerer, vielblütiger Blütenstand mit grünen Einzelblüten ist im oberen, aufrechten Stängelbereich zu sehen. Derart gut getarnt für das menschliche Auge werden die Blüten von Käfern und Schlupfwespen bestäubt, die als Belohnung leckeren Nektar erhalten. Die gesamte Wuchshöhe beträgt ca. 50 cm. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli und die winzig kleinen Samen werden durch den Wind verbreitet.
Für das Wachstum von wild wachsenden Orchideen, wie das Große Zweiblatt, sind bestimmte Licht- und ganz spezielle Bodenverhältnisse erforderlich. Am natürlichen Standort lebt das Große Zweiblatt in lebensnotwendiger Symbiose mit einem speziellen Wurzelpilz, der für die Orchidee Mineralstoffe und Wasser liefert und dafür von der grünen Pflanze einen Teil des durch die Photosynthese erzeugten Zuckers erhält.
Das Große Zweiblatt ist ein besonderer Schatz in der Natur und zählt wie alle wild lebenden Orchideen durch die Bundesartenschutzverordnung wie auch das Bundesnaturschutzgesetz zu den besonders geschützten Arten. Ein Ausgraben, zum Beispiel für den heimischen Garten, ist strafbar und zudem nicht sinnvoll, da die speziellen Standortbedingungen am neuen Standort fehlen und die Orchideen absterben.
Großes Zweiblatt, ein Pflanzenexemplar
Foto: Dr. Sabine Meßmer-Luz
Ausschnitt des traubigen Blütenstandes mit vielen grünen Einzelblüten
Foto: Dr. Sabine Meßmer-Luz
Einzelblüte mit langer, gespaltener Unterlippe
Foto: Dr. Sabine Meßmer-Luz
Dr. Sabine Meßmer-Luz
Biologin
Erste Vorsitzende
Verein für Naturkunde Mannheim e.V.
www.naturkundeverein-mannheim.de